© Weißensberger Narrenverein e. V. Aktualisiert 30.10.2017 Monster und Weihergeister stürmen das Weißensberger Rathaus Weißensberg (ust) - Keine Chance hatten Bürgermeister Hans Kern und die Räteschar - die Übermacht der Narren war einfach zu groß. Denn nicht nur Geister und Monster aus dem Dorf hatten am Freitagabend das Rathaus umzingelt. Auch Schönauer Hexen, Fetzenhexen Bösenreutin, Feuerhexen aus Wasserburg und viele andere Hästräger aus der Region waren gekommen, um den Weißensberger Narrenverein (WNV) bei der Eroberung des Rathauses zu unterstützen. Das Kommando hatte Vizepräsidentin Melanie Flax, welche die Narrenschar und ihre Verbündeten immer wieder aufs Neue mit lauten "Hu-Huii"-Rufen anfeuerte. Doch bevor die Räte ihres Amtes enthoben und aus dem Rathaus geschmissen wurden, stellten Weihergeister und Monster "als Zeichen der neuen Regierung" den doppelköpfigen Narrenbaum auf. Dem Narrenverein Zuschuss verwehrt "Oh seht, wie sie zittern!" rief die Vizepräsidentin dem tobenden Narrenvolk zu, während sich die Räte noch hinter den Fenstern des Sitzungssaales verschanzten. Als "Spion, der aus der Kälte kam" hatte sich WNV-Ehrenpräsident Roland Flax unter sie gemischt und seit Längerem bespitzelt. Zwar hätte der Rat durchaus "das ganze Jahr überraschend klug gehandelt", doch dabei einen "ganz wichtigen Punkt übersehen: Dem Narrenverein einen ordentlichen Zuschuss zuzugestehen", schimpfte Flax. Doch Schultes Kern wehrte sich sogleich. Man habe den Zuschussantrag zwar erhalten, allerdings hätten - typisch Narren - sämtliche Zahlen, insbesondere die Angaben über das Vereinsvermögen, gefehlt. Doch auch derlei Ausreden halfen nichts mehr, denn zwischenzeitlich hatten Monster und Geister den Rathausschlüssel gefunden und sich Zutritt zum Sitzungssaal verschafft. So blieb Bürgermeister und Räten nur noch der Fluchtweg durchs Fenster und über die bereitgestellte Rutsche ins Freie. Aber dort wartete bereits die übermächtige Narrenschar auf die Flüchtigen. Und so wurde ein Rat nach dem andern durch die Christbaum- Einnetzmaschine geschleust und im Netz gefangen gehalten. Anschließend setzte sich der Narrenwurm - mit dem Narrenauto und den verschnürten Räten an der Spitze - in Bewegung. Begleitet von Fackelträgern und unterwegs noch mit frischen Krapfen versorgt zog die Menge am Rathaus vorbei durchs Dorf bis zum Narrenheim, wo der scheidende WNV-Präsident Anton Bublak ein letztes Mal die Absetzungserklärung verlesen durfte. Um die Standpauke, gehalten von Vize- Präsidentin Melanie Flax, kamen die Räte allerdings nicht herum. Es sei das Jahr über in Weißensberg zwar viel gebaut worden, auch Ortsdurchfahrt und Querungshilfen - allerdings sei "der Edeka noch immer nicht eröffnet, noch nicht mal verputzt". Auch wünscht man sich für die Neueröffnung im Jägerhaus "kein Döner". Statt "Bahnhalt" müsse es "Bahnhof" heißen, denn "des kriegt ma besser an den Mann". "Gemoindsrat-Putzkolonne" Angemahnt wurden auch "Instandsetzungsmaßnahmen", schließlich soll das Dorf "blitzsauber" werden. So wurden die Räte, die an einem großen Ratstisch vor dem Vereinshaus Platz genommen hatten, mit allerlei Werkzeug ausgestattet. Und Flax fügte grinsend hinzu: "Die Gäste werden staunen, wie es hier blitzt und blinkt, wenn unsere Gemoindsrat- Putzkolonne von der letzten Hausecke winkt." Letzter Akt des offiziellen Teils war die Übergabe einer Spende an die Weißensberger Flüchtlingshilfe, vertreten durch Catalin Bungetzianu. Närrische 333 Euro, gut aufgeschichtet in einem Bilderrahmen verpackt, hatten Narrenverein und Gemeinde aufgebracht, um die Flüchtlingsarbeit vor Ort zu unterstützen. Dafür bedankten sich auch die beiden Afghanen Said Azizi und Arash Nazari. Letzterer gab unter dem Beifall der Narrenschar noch ein Lied zum Besten. Anschließend wurde, begleitet von der Musikkapelle, bei Speis und Trank noch bis tief in die Nacht gemeinsam gefeiert. Die Vizepräsidentin des Weißensberger Narrenvereins, Melanie Flax (2.v.r.), und Bürgermeister Hans Kern (re.) übergaben eine 333-Euro-Spende an Catalin Bungetzianu (li.) von der Weißensberger Flüchtlingshilfe sowie an die beiden Afghanen Said Azizi (2.v.l.) und Arash Nazari (Bildmitte). “Oh seht, wie sie zittern!” (schwäbische Zeitung) Kontakt Impressum Datenschutz Startseite