© Weißensberger Narrenverein e. V. Aktualisiert 07.10.2017 Interview mit Anton Bublak (schwäbische Zeitung) Kontakt Impressum Datenschutz Startseite Interview: "Ich gebe zwar den Posten auf, nicht aber den Verein" Anton Bublak gibt nach 14 Jahren sein Amt als Präsident des Weißensberger Narrenvereins ab Weißensberg - 14 Jahre lang hat Anton Bublak als Präsident die Monster und Weihergeister des Weißensberger Narrenvereins angeführt. Nach dieser Fasnetssaison legt er sein Amt nieder. Mit LZ-Redakteurin Aimée Jajes hat der 56-Jährige über seine Beweggründe gesprochen - und über die Nachfolgerfrage. Finden Sie es schade, dass Ihre letzte Saison als Präsident des Weißensberger Narrenvereins eine derart kurze ist? Eigentlich nicht. Ob die Saison lang oder kurz ist, macht nicht so viel aus. Bei einer kurzen Saison ist einfach alles komprimiert. Man freut sich vorher auf die Saison und - ob fünf, sechs oder sieben Wochen - dann auch wieder, wenn es am Aschermittwoch vorbei ist. Sagen Sie mit Ihrem Abschied der Fasnet komplett Lebewohl? Nein, sicherlich nicht. Ich bin weiter im Verein, bin weiter Ansprechpartner. Man wird auch weiter auf Narrensprünge gehen. Nur nicht so intensiv wie als Präsident. Auch wenn es Spaß macht, manchmal ist es als Präsident ein Muss - das fällt dann weg. Ist das der Grund, warum Sie sich entschieden haben, Ihr Amt abzugeben? Ich hatte schon vor zwei, drei Jahren überlegt aufzuhören. Es ist gut, wenn Jüngere in den Vorstand nachkommen. Die haben andere Vorstellungen, einen anderen Spaßfaktor. Und 14 Jahre ist auch eine lange Zeit, in der man einiges gemacht hat. Schon vor ein paar Jahren habe ich mit meiner Vizepräsidentin gesprochen, ob sie nicht übernehmen wird. Damals war es aber zu früh. Das heißt, Melanie Flax wird Ihre Nachfolgerin? Ja, ich denke dass sie im März gewählt wird und meine Nachfolge übernimmt. Sie ist meiner Meinung nach die beste Wahl, weil sie an dem Verein hängt. Das ist wichtig. Es ist nicht das Amt, das man anstrebt, sondern das, was man für den Verein bewegen kann. Das ist bei ihr auch so. Was sind für Sie die Höhepunkte einer Fasnetssaison? Der Höhepunkt ist für mich der Rathaussturm, weil es für uns wichtig ist, sich in der Gemeinde zu präsentieren. Dann übernehmen wir die Macht, wenn auch nur für ein paar Tage. Als zweiten Höhepunkt und Abschluss sehe ich den Narrenball und alle zwei Jahre dann auch den Umzug. Allerdings werden wir im kommenden Jahr aussetzen. Es gibt erst 2018 wieder einen Sprung, wenn wir unser 40-Jähriges feiern. Da veranstalten wir gleichzeitig auch das Verbandstreffen. Das wird ein schönes Fest. Wie sind Sie vor 18 Jahren zum Narrenverein gekommen? Durch meine Frau. Sie ist seit fast 30 Jahren im Verein. Ich hab mit dem Narrenverein vorher gar nichts zu tun gehabt. Nachdem wir uns kennengelernt haben, hat sich das einfach so ergeben, dass ich mitgeholfen hab. Dann bin ich als Gastläufer dabei gewesen und schließlich in den Verein eingetreten. Nach zwei Jahren war ich dann gleich im Vorstand. Und wenn ich heute auf einer Narrenveranstaltung kein Häs trage, fühle ich mich anders. Das Häs gehört einfach dazu. Das heißt, Sie haben schnell Feuer gefangen. Ja, mir gefällt einfach das Miteinander. Meine Frau hat neulich so schön gesagt: Man sieht sich das ganze Jahr über nicht. Dann trifft man sich am 11. 11. wieder und es ist so, als wäre erst gestern der Kehraus gewesen. Das ist auch das Tolle, dass man sich mit allen gut versteht. Auch das miteinander Schaffen, das Gläserspülen, das Hinterder-Theke-Stehen gehört mit dazu. Dieses Miteinander ist einfach eine tolle Erfahrung. In Ihre Amtszeit fällt unter anderem der Bau des Narrenhauses im Jahr 2007. Ist das Ihr persönlicher Höhepunkt? Ja, der Verein hatte lange versucht, ein Narrenhaus zu bekommen. Das hatte sich über 20 Jahre hingezogen. Das ist schon etwas, worauf ich stolz bin, dass wir das auf den Weg gebracht haben. Dass wir bauen durften und auch konnten. Zu Zeiten des Baus war die Gemeinschaft im Verein besonders groß. Während meiner Amtszeit haben wir zudem das 25- jährige und das 33-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Das waren weitere Höhepunkte. Es hat Spaß gemacht, das mitzuorganisieren. Auch würde ich das Erdbeerbowlenfest hinzuzählen, dass wir vor elf, zwölf Jahren übernommen haben. Wenn alle zufrieden sind und alles läuft, ist das ein Glücksgefühl. Schließlich sind solche Veranstaltungen nur möglich, wenn alle mithelfen. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Nachwuchsprobleme haben wir in Weißenberg nicht. Wir haben 231 Mitglieder - 88 davon sind jünger als 30 Jahre. Das ist schon eine ganze Menge. Unser ältestes Mitglied ist 86 Jahre alt. Die jüngsten werden von ihren Eltern angemeldet, sobald sie auf der Welt sind. Insgesamt bleibt die Mitgliederzahl relativ konstant. Wie blicken Sie Ihren letzten närrischen Tagen als Präsident entgegen? Irgendwie bin ich natürlich schon auch wehmütig. Man hat die Aufgabe mit Leib und Seele und mit Freude gemacht. Es wird mir sicherlich etwas fehlen. Aber man sollte aufhören, wenn es schön ist, und nicht im Streit gehen. Außerdem gebe ich zwar den Posten auf, nicht aber den Verein.